Schmerztherapie
Der Schmerz
Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird (Definition International Association for the Study of Pain- IASP, 1979).
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Hierdurch werden der chronische Schmerz und die Basistherapie erst verständlich.
Während der akute Schmerz über den unmittelbaren negativen Erlebniswert hinaus eine sehr wertvolle Funktion hat, nämlich den Erhalt der körperlichen Unversehrtheit des Organismus, sind chronische Schmerzen dagegen Folge und Ausdruck bleibender patho-physiologischer Veränderungen. Die Schmerzursachen sind mit Verhaltensreaktionen nicht zu beseitigen. Es treten dann langfristig physiologische, psychische, psycho-soziale Reaktionen und Anpassungen auf. Der Schmerz chronifiziert und wird zur Schmerzkrankheit.
Der chronische Schmerz fügt sich in das biographische Bewusstsein des Menschen ein. Diese prognostische Bewertung des Schmerzes ist ein wichtiger Faktor des Leidens.
Die Chronifizierung von Schmerzen des Stütz- und Bewegungsaparates bedeutet: Wenn das Schmerzgeschehen länger als 3 Monate anhält, geht der akute Schmerz in den chronischen Schmerz über. Er hat seine Warnfunktion verloren und es kommt zunehmend zu psychologischen Begleiterscheinungen mit veränderter Schmerz-Wahrnehmung und Schmerzverarbeitung. Die Beziehung zwischen der Intensität des Schmerzreizes und der Schmerzreaktion geht verloren.
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Spezielle Schmerztherapie bei chronischem Schmerz
Eine besonderer Schwerpunkt unserer Praxis ist die Behandlung von Patienten mit chronischem Schmerz. Wie bereits beschrieben, hat bei diesen Patienten der Schmerz seine natürliche Leit-, Schutz- und Warnfunktion verloren. Er hat einen eigenen Krankheitswert angenommen.
In diesen Fällen führt das Schmerzleiden neben dem schmerzauslösenden Grundleiden auch zu psycho-pathologischen Veränderungen.
Der Schmerz rückt in den Mittelpunkt des Erlebens, Denkens und Verhaltens. Patienten, die unter chronischen Schmerzen in diesem Sinne leiden, haben von der Natur ihrer Erkrankung ein besonderes Versorgungsbedürfnis, das es unter einem ganzheitlichen Ansatz aller Facetten des Schmerzgeschehens zu berücksichtigen gilt.
Durch Schaffung spezieller auf die Behandlung des chronischen Schmerzes ausgerichteter Strukturen komme ich diesem Versorgungsbedürfnis in meiner Praxis nach.
Eine genaue körperliche Untersuchung und erweiterte Diagnostik sind erforderlich, um die schmerzauslösenden Ursachen möglichst eng einzugrenzen und auch eine ursächliche Therapie durchführen zu können.
Der chronisch Schmerzkranke bedarf aufgrund der Komplexität der Erkrankung der interdisziplinären Betreuung, d.h. auch andere Fachdisziplinen werden in den Behandlungsprozess eingebunden.
Hierunter fällt z.B. die Konsultation von Neurologen zur ergänzenden Diagnostik, von Radiologen zur Durchführung spezieller Bildgebender diagnostischer Verfahren, von Internisten, sowie - je nach Schmerzregion – von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Gynäkologen , Urologen. Auch die Hinzuziehung von Psychotherapeuten zur Behandlung der psychischen Auswirkungen des chronischen Schmerzes muss erwogen werden.
Eine besondere therapeutische Bedeutung gewinnt die begleitende Physiotherapie, die funktionelle Störungen und Destabilisierungen durch gezielte Mobilisierung und zusätzliches Krafttraining beseitigen hilft.
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Rückenschmerzen
Rückenschmerzen gehören in unserer schmerztherapeutisch ausgerichteten orthopädischen Praxis zu den häufigsten Erkrankungen. Sie machen ca. 70% aller unserer Patienten aus. Am häufigsten treten Beschwerden im Bereich der Hals- und der Lendenwirbelsäule auf.
Die Ursachen sind oft vielschichtig und nicht nur auf eine anatomische Struktur zurückzuführen.
Entgegen der weitläufigen Meinung sind Bandscheibenvorfälle oder so genannte “Abnutzung” nicht allein Ursache für den Rückenschmerz, wenngleich sie eine gewichtige Rolle spielen. Ein alterungsbedingter Wirbelsäulenverschleiß ist natürlich und führt nicht automatisch zu Rückenbeschwerden.
Oft führt darüber hinaus eine Kombination aus falscher Ernährung, Bewegungsmangel, Fehlbelastung und Stress zu den Schmerzen, oft sogar zu chronischen Rückenschmerzen. Vor allem ungünstige Körperhaltungen z.B. durch falsches Sitzen, Stehen, Liegen, und stark rückenbelastendes Bewegungsverhalten wie z.B. durch unsachgemäßes Bücken und falsches Heben von Lasten sowie eine vernachlässigte Muskulatur führen dazu, dass Rückenleiden an der Spitze der Krankenstandsstatistiken stehen.
Durch eine andauernde Körperfehlhaltung werden Schadensmelder (Nozizeptoren) gereizt, die zu schmerzhafter Muskelverspannung führen. Begünstigend wirken: monotone Arbeit in falscher Haltung, Bewegungsmangel, ungünstige Sitzmöbel, Kälte und Nässe. Wenn der Rücken schmerzt, liegt das häufig auch an psycho-sozialen Belastungen wie Konflikten am Arbeitsplatz. Widersprüchliche Arbeitsanweisungen, mangelnde Anerkennung und Unterstützung, die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes sowie Arbeitslosigkeit können ebenfalls zu schmerzhaften Verspannungen führen. Doch auch andere Faktoren können ins “Kreuz” gehen. Arbeitsmedizinische Untersuchungen belegen, dass psychische Belastungen ebenfalls für Rückenleiden verantwortlich sind.
Stress und hohe Arbeitsintensität spielen dabei eine große Rolle. Häufig sind jedoch auch Partner- oder andere Familienkonflikte, Krankheit oder Tod von nahen Angehörigen Auslöser für Rückenschmerzen. Man hat einfach zu viel zu “tragen”.
Da diese psychologischen und sozialen Probleme ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung von Rückenschmerzen sind, kann es hilfreich sein, bei erfolgloser Behandlung, einen Psychotherapeuten hinzuzuziehen, um dem Patienten fachkundige Hilfe auf diesem Gebiet zukommen zu lassen.
Ferner können für die Entstehung von Rückenschmerzen angeborene Fehler (z. B. Beinlängen-Differenzen, Wirbelsäulenerkrankungen), sowie Unfälle - auch kleine, scheinbar harmlose Bagatellen - in Betracht kommen.
An erster Stelle der Diagnostik des chronischen Rückenschmerzes steht daher immer eine genaue Anamnese - auch mittels standardisierter Verfahren- sowie die eingehende klinische Untersuchung unter Berücksichtigung der manualtherapeutischen segmentalen Befunderhebung. Röntgenaufnahmen, CT- oder MRT-Untersuchungen, Untersuchungen der Nervenleitgeschwindigkeiten und Elektromyografien sowie Laboruntersuchungen sind für die weitere Abklärung eines Rückenschmerzes wichtig. Da der Rückenschmerz oft durch mehrere Faktoren bedingt ist, muss die Behandlung vielschichtig auf alle Facetten des Schmerzgeschehens gerichtet sein. Daher ist eine erfolgreiche Behandlung oft nur interdisziplinär im Rahmen einer speziellen Schmerztherapie möglich.
Die speziellen schmerztherapeutischen Behandlungsformen können zum großen Teil in unserer Praxis durchgeführt werden. Einige müssen allerdings an speziellen Zentren erbracht werden, andere können nach Anleitung auch zu Hause vom Patienten selbst durchgeführt werden.
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Schmerztherapeutische Verfahren in unserer Praxis
Therapeutische Lokalanästhesie (TLA), Blockadetherapie
Durch Einsatz einer therapeutischen Lokalanästhesie (TLA) oder Blockadetherapie können folgende Effekte erzielt werden:
- Ausschaltung der Schmerzempfindung und damit Schmerzreduktion
- Verminderung der Schmerzleitung Verminderung von reflektorisch erhöhter Muskelspannung oder erhöhter Sympathikusaktivität
- Verbesserung der Durchblutung
Therapeutische Regionalanästhesie
Triggerpunktinfiltrationen
Paravertebrale Spinalnervenblockaden
Lumbale Periduralanästhesie
Kaudalanästhesie
Plexusblockaden
Sympathikusblockade
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Die transkutane elektrische Nervenstimulation (abgekürzt TENS) ist als nicht-invasives Verfahren eine anerkannte Behandlungsmethode bei
- posttraumatischen Schmerzen
- Karzinomschmerzen
- Neuralgien
- Ischialgien
- cervikal bedingten Kopfschmerzen
- Durchblutungsstörungen
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Herz-Schrittmachern (relative Kontraindikation) bei der TENS- Anwendung, da der TENS-Impuls den Schrittmacherimpuls unterdrücken kann.
Die transkutane elektrische Nervenstimulation erfolgt mit Geräten, die zur Selbstanwendung des Patienten konzipiert sind. Die TENS-Geräte werden in der Praxis gemeinsam mit dem Patienten auf ihre Wirksamkeit erprobt:
Elektrodenplazierung und Stimulationsparameter werden festgelegt. Der Patient wird in die Selbstbehandlung eingewiesen. Nach einigen Probestimulationen wird dem Patienten ein entsprechendes Gerät, in der Regel leihweise, verordnet. Während der Behandlung kann es durchaus notwendig werden, die Elektrodenplazierung und die Stimulationsparameter zu verändern.
Akupunktur
Manuelle Therapie/Chirotherapie
Physikalische Therapie
- Elektrotherapie
- Mikrowellentherapie
- Interferenzstromtherapie
- Iontophorese
- Ultraschalltherapie
- Reizstromtherapie
Facettendenervierungen bei arthrotisch bedingten Wirbelgelenksbeschwerden
Unter gewissen Voraussetzungen werden komplexe schmerztherapeutische Maßnahmen auch stationär von uns durchgeführt. |
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